Geschichte des Taijiquan

Gründung von Chenjiagou

Schon bevor es Taijiquan gab, war die Chen Familie für ihre Kampfkunst bekannt. Die Familie wurde um 1300 auf Grund von Überbevölkerung aus der Provinz Shaanxi in die Provinz Henan zwangsumgesiedelt. Diese Gegend war durch Kriege und Unruhen quasi entvölkert. Dort gründete Chen Bo, 1. Generation Chen Familie, das Dorf Chenjiagou (Der Graben der Chen Familie)

Die Entstehung von Taijiquan

Taijiquan gibt es seit ca. 350 Jahren. Es wurde von Chen Wangting, 9. Generation der Chen Familie, einem ehemaligen General der Ming-Dynastie entwickelt. Er verband zum ersten Mal Bewegungen der Kampfkunst mit der Philosophie von Yin und Yang. Er schuf fünf Formen die später als Taijiquan bekannt wurden. Die Grundlagen seiner Kampfkunst entnahm er dabei dem Werk eines Generals des 16. Jhd. und änderte die Stellungen seiner Theorie entsprechend ab.

Die Entstehung der Form

Chen Changxing (18. bis 19. Jhd.), 14. Generation Chen Familie, fasste die Formen Chen Wangtings zu zwei Formen zusammen und schuf dabei die beiden Formen, die wir heute als Laojia Yilu (Alter Rahmen, erste Form) und Laojia Erlu (Alter Rahmen, zweite Form) zusammen. Diese Formen bildeten und bilden auch noch heute die Grundlage für die meisten Formen der verschiedenen Taiji Stile.
Sein Schüler Yang Luchan, auch genannt Yang Fukui (Begründer des Yang-Stils) war für die Verbreitung von Taijiquan verantwortlich. Er war der erste der Unterricht an Außenstehende für Geld erteilte.

Die Erweiterung der Form

Chen Fake (19. bis 20. Jhd.), 17. Generation Chen Familie, schuf die Xinjia Yilu und Erlu (Neuer Rahmen, Erste- und Zweite Form) Diese ergänzt die Laojia um noch mehr Spiralbewegungen.

Tai Chi heute

Chen Xiaowang (20. Jhdt. bis heute), 19. Generation Chen Familie. Derzeitiger Hauptvertreter des Chen Stils und direkter Nachfahre Chen Wangtings. Er entwickelte die Übungen Stehende Säule (Zhanzhuang) und die Seidenübungen (Cansigong) sowie die 19er Form des Chen Stils und fügte dem System damit wichtige Grundübungen hinzu.

Quelle: “Chen” von Jan Silberstorff